Wir machen Energie aus Ihrem Rasen

Grasschnitt-Sammelstellen bei Biogas-Anlagen

Die EVA GmbH hat einen vielfältigeren Kurs bei der Verwertung der Gartenabfälle eingeschlagen: Weniger klassische Kompostierung und hin zu mehr Energieerzeugung aus diesen nachwachsenden Rohstoffen. Für die Bürgerinnen und Bürger kann das bedeuten, dass Gartenabfälle künftig nicht mehr gemischt, sondern in verschiedenen Qualitäten getrennt erfasst werden. Der Mehraufwand dürfte sich aber lohnen.

Franz Sporer befüllt seine Biogas-Anlage mit Gras- und MaissilageKonkret wurden für die neue Ausrichtung zwei ganz verschiedene Maßnahmen in Angriff genommen: Zwei Sammelstellen in Wielenbach und Wessobrunn erfassen Grasschnitt für Biogasanlagen, und in Erbenschwang testet die EVA GmbH den Anbau von Energiepflanzen auf einer so genannten Kurzumtriebsplantage.

Anfang Mai 2011 wurde die Grüngut-Sammelstelle in Wielenbach geöffnet. Die Besonderheit dieser Sammelstelle: Es wird nur Grasschnitt angenommen, der dann in die unmittelbar daneben liegende Biogasanlage von Franz Sporer eingegeben wird. Holzige Gartenabfälle – also Hecken-, Strauch- und Baumschnitt – sind für Biogasanlagen ungeeignet, da sie Cellulose und Lignocellulose enthalten, die unter anaeroben Bedingungen nur schwer oder gar nicht abbaubar sind.
Im Sommer 2012 kam die Grasschnitt-Sammelstelle in Wessobrunn dazu.

Informationen zu den neuen Sammelstellen in Wielenbach und Wessobrunn

 

Strom für 770 Haushalte

Die Biogasanlage in Wielenbach wurde im Januar 2010 in Betrieb genommen; ihr Bau hat etwa 2 Millionen Euro gekostet. Sie leistet 380 kW und produziert damit Strom für ca. 770 Haushalte.

Die Biogas-Anlage WielenbachDazu muss der Fermenter, der unterirdische Gärbehälter mit 1.600 m³ Fassungsvermögen, täglich mit 8 Tonnen Grassilage, 8 Tonnen Maissilage und 8 Tonne Gülle beschickt werden. Diese Stoffe bleiben dann 100 Tage im Fermenter. Beim Vergärungsprozess werden 70 Prozent des sich insgesamt entwickelnden Biogases erzeugt; der Rest entsteht in einem Nachgärbehälter.

Biogas ist ein Gemisch von verschiedenen Gasen mit dem energiereichen Methan CH4 als Hauptbestandteil. Mit seiner Hilfe wird in zwei Gasmotoren Strom erzeugt. Zum Schutz der Motoren wird das Biogas vorher entschwefelt.

Geschlossener Kreislauf

Normalerweise ist das im Biogas enthaltene Methan ein Treibhausgas, das zur Klimaerwärmung beiträgt. Methangas entsteht auch bei natürlichen Vergärungs- oder Zersetzungsprozessen unter Luftabschluss, z. B. in Rindermägen, auf Reisfeldern, in Mooren oder auch auf Mülldeponien. Durch die Verbrennung trägt das Methangas jedoch nicht mehr zum Treibhauseffekt bei; es wird durch die regenerative Nutzung nahezu CO2-neutral.

In zwei Gasmotoren wird mit dem erzeugten Biogas Strom produziertDas fermentierte Material gelangt im Anschluss in einen Gärrestbehälter mit 2.200 m³ Volumen, wird dort auf seine Inhaltsstoffe untersucht und wieder in der Landwirtschaft ausgebracht. Damit ist dieser Kreislauf geschlossen. Die Biogasgülle riecht weniger als unbehandelte Gülle, und die Nährstoffe sind besser pflanzenverfügbar. Es findet außerdem eine wünschenswerte Verschiebung der Güllenährstoffe von viehhaltenden Betrieben zu viehlosen Ackerbaubetrieben statt.

Neben Solar- oder Windkraftanlagen nutzen Biogasanlagen ebenfalls regenerative Energiequellen und sparen somit fossile Energieträger ein. Während Solaranlagen und Windräder witterungsabhängig sind, können Biogasanlagen kontinuierlich Strom erzeugen. Außerdem wird speicherbare Energie erzeugt. Vorstellbar sind auch die Einspeisung der Abwärme in ein Fernwärmenetz oder eine weitere Aufbereitung und Einspeisung in ein Erdgasnetz. Die Möglichkeit der dezentralen Verteilung von Biogasanlagen verkürzt darüber hinaus die Transportwege zum Energieverbraucher.

Als Nachteil wird bei Biogasanlagen oft genannt, dass neben Gülle als geeignetes Pflanzensubstrat z.B. Mais verwendet wird, der – als Monokultur angebaut – die Landschaft belastet oder als Energiepflanze in Konkurrenz zur Nahrungsmittelproduktion tritt. Hier können Sie jedoch einen entlastenden Beitrag leisten, wenn Sie den Rasenschnitt aus Ihrem Garten zur Biogasanlage bringen. Sie liefern eine umweltfreundliche Energiequelle!