Die abfallwirtschaftliche Philosophie, die hinter diesem Begriff steckt, kann am einfachsten mit den Kreislaufprozessen in der Natur verdeutlicht werden.
Am Anfang dieser natürlichen Kreisläufe stehen als Produzenten die Pflanzen, die mit Hilfe der Sonnenenergie, den Bodennährstoffen und Wasser Pflanzenmasse aufbauen. An zweiter Stelle stehen die so genannten Konsumenten, in unserem Beispiel in der Regel der Mensch oder das Haustier, welche die Pflanzen zur eigenen Ernährung nutzen. Bei dieser Nutzung der Pflanzen fallen Abfälle an, seien es abgestorbene Pflanzenteile oder Stoffwechselendprodukte, wie z.B. der Klärschlamm oder die Gülle.
Die abbauenden Organismen (Destruenten) übernehmen es nun, die abgestorbenen Organikabfälle abzubauen und zu mineralisieren. So wird gewährleistet, dass die Nährstoffe, die ehemals dem Boden entzogen wurden, in den natürlichen Kreislauf zurückgelangen.
Was die Natur auf so wunderbare Weise löst, stellt moderne Industrienationen vor große Probleme. Zur Zeit ist der Aufbau und Erhalt von stofflichen Kreisläufen aus unterschiedlichen Gründen nicht in allen Bereichen möglich. Die Deponie am Ende einer Einbahnstraße ist dafür ein deutliches Zeichen.
Erfreulicherweise gibt es jedoch auch Bereiche, in denen die Rückführung von abgestorbenen oder nicht mehr brauchbaren Stoffen in den Kreislauf ohne weiteres möglich und sinnvoll ist. Ein klassisches Beispiel dafür stellt die Eigenkompostierung dar, welche den natürlichen Abbau von organischem Abfall auf engem Raum und in intensivierter Form nachvollzieht.
Am Ende der Kompostierung steht ein wertvolles Produkt, einsetzbar zur Bodenverbesserung und Pflanzenernährung. In diesem Zusammenhang stellt sich natürlich die Frage, ob es sich beim Bioabfall und Grünabfall wirklich um Abfall handelt? |